PILOTPROJEKT AN UNSERER SCHULE

Vielen Dank an Herrn Asmussen für den folgenden Beitrag:

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit finden in Deutschland, somit auch in Schleswig – Holstein unzählige Sportevents statt, die nur für Schulmannschaften ausgerichtet werden. Am bekanntesten ist der Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. In fast allen Sportarten können sich hier Teams aller Schularten anmelden, um sich mit anderen Schulmannschaften sportlich zu messen. Dabei finden zuerst Kreisentscheide statt. Die Kreissieger qualifizieren sich für den Bezirksentscheid und die Bezirksgewinner starten dann beim Landesfinale. Dieser Wettbewerb ist zudem nach Altersklassen unterteilt, so dass es in jeder Sportart Landessieger in drei Altersklassen und meistens auch getrennt nach Jungen und Mädchen gibt. Für die beiden älteren Jahrgangs-klassen ist der Titel „ Landessieger“ besonders interessant, berechtigt dieser Titel doch zur Teilnahme am Bundesfinale der 16 Bundesländer in Berlin. Ausnahme: Skifahrer (auch die gibt es in S – H !) und Judokas fahren nach Nesselwang. Je nach Sportart nimmt man dann am Frühjahrsfinale (Badminton, Basketball, Gerätturnen, Handball, Tischtennis, Volleyball (Halle)) oder am Herbstfinale (Beach-Volleyball, Fußball, Golf, Hockey, Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Tennis) in Berlin teil – dies ist ein Höhepunkt im Laufe eines Schülerlebens! Ähnliche Wettbewerbe gibt es im Grundschulbereich. Außerdem organisiert jede/r Kreisschulsportbeauftragte/r in seinem Kreis kreiseigene Veranstaltungen.

Problem bei allen Veranstaltungen: Es werden Schiedsrichter oder Kampfrichter benötigt! Sonst kann ein Wettbewerb oder ein Spiel nicht stattfinden. – Aber welcher Schiedsrichter oder Kampfrichter hat schon tagsüber Zeit? Diese Problematik wurde auch beim SHFV in der Schulfußball AG diskutiert und auf Vorschlag des Kreisschulsportbeauftragten (KSB) Asmus Asmussen aus Nordfriesland, der sich als Disziplinkoordinator Fußball natürlich besonders reibungslos verlaufende Veranstaltungen im Fußball wünscht, wurde in Erwägung gezogen, für Projektwochen eine Jungschiedsrichterausbildung in den Schulen anzubieten. Diese Idee wurde vom SHFV und dem Verbandsschiedsrichterausschuss einhellig begrüßt und gefördert.

 

Das Pilotprojekt in Schleswig – Holstein startete nun an der Gemeinschaftsschule in Tönning, wo sich 26 Jungen des 5. Bis 9. Schuljahres für dieses Projekt gemeldet hatten.

 

An drei Nachmittagen wurden die 17 Fußballregeln intensiv erklärt, in Gruppenarbeit erarbeitet, praxisnah erläutert, per Videovorführung analysiert und durch viele Fragen der Teilnehmer aufgearbeitet. Der Schiedsrichterobmann des Kreisschiedsrichterverbandes, Herbert Hansen, hatte ein interessantes Konzept für die Schulung erarbeitet. Unterstützt durch den Beobachtungswart des Kreises Nordfriesland, Karl - Ludwig Gehrmann, den Schiedsrichteransetzer Patrick Gregersen und die beiden Schiedsrichter Gunnar Wallmeier (aufgestiegen in die Verbandsliga) und Lorenz Löffler konnte Herbert Hansen den Teilnehmern viele Regelauslegungen verdeutlichen und nahe bringen.

 

Außerdem mussten alle Teilnehmer bereits am ersten Tag den FIFA – Leistungstest (abwechselnd 150 Meter in 40 sek joggen, 50 Meter in 40 sek gehen – insgesamt 2400 Meter) absolvieren. Hier mussten bereits 4 Teilnehmer passen, aber 2 Jungen konnten am letzten Tag den Leistungstest erfolgreich nachholen.

Vorbereitet wurde das Projekt durch den Film „Der Spielverderber“, der bereits eine Woche vorher im Husumer Kinocenter lief – übrigens landesweit nur in Husum – der für alle Teilnehmer verpflichtend war. Inhalt des Films: In einer Verbindung aus Rückblick, Gegenwart und Zukunft geben die Protagonisten, der 14-jährige Schiri-Anwärter Kevin Prösdorf, der Schweizer Senior-Schiedsrichter Oreste Steiner und der Bundesliga- und Fifa-Referee Herbert Fandel, einen völlig neuen Blick auf ihre Aufgabe als Schiedsrichter frei und zeigen den populärsten Sport der Welt aus einer ungewohnten Perspektive.

Beim abschließenden Regeltest zeigte sich jedoch, dass der Zeitrahmen einer Projektwoche wohl zu kurz bemessen ist, bzw. zu kompakt ist, um alle Schüler erfolgreich zur Prüfung zu führen, da für eine Nacharbeit bzw. Verinnerlichung des Gehörten und Gelernten nicht genügend Zeit vorhanden ist. Dies sollte für weitere Lehrgänge bedacht werden. Trotzdem waren alle Schüler begeistert bei der Sache, bemängelten in einem Feedback – Bogen jedoch den Zeitfaktor. Ergänzt wird dieses Pilotprojekt durch einen Besuch eines Heimspiels von Holstein Kiel, für das die Teilnehmer als Spielbeobachter eingeladen werden.